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No Secrets Between Us - Druckversion

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RE: No Secrets Between Us - Mammon - 30.01.2026

Katastrophales Farbverständnis? Hallo?! Er hatte einen ausgezeichneten Geschmack, sowohl was die Kleiderwahl anbelangte als auch in der Farbauswahl. Es passte alles zusammen und das von den Schuhen bis hin zu seiner Frisur. Alles war miteinander abgestimmt. Mammon lag viel an seinem Aussehen und das, was sie da gerade gesagt hatte, hatte ihn irgendwie verletzt. Bevor es zu einer wirklich hitzigen Diskussion kam, wo Lilith sich vielleicht so aufregte, dass sie noch mehr Schmerzen hatte, hatte sich Mammon dafür entschieden aufzustehen und zur Glasfront zu gehen. Seine Tänzer*innen dort unten zu sehen, lenkte ihn ab, sodass er für einen Moment einfach nur durchatmen konnte. So verflog auch ein wenig seine Wut. Wieder entspannter, ging der Teufelssohn zurück zu seiner Schwester und zeigte ihr so etwas, wie… Verständnis? Es fühlte sich ungewöhnlich an und so… neu.

„Was hast du getan?“ Was Mammon getan hatte? Leicht runzelte der Teufelssohn
die Stirn. Was hatte er gerade getan? Fragte er sich nun selbst und blickte dann zur Glasfront, wo er gerade eben noch stand. Kurz schaute er zu der Stelle, ehe er sich nun zu seiner Schwester drehte. “Ich bin zur Glasfront gegangen und hab meine wirklich attraktiven Tänzerinnen und Tänzer beim Aufwärmen beobachtet.” Meinte er und nickte zu seinem vorherigen Standort. “Tja und dann bin ich wieder hierher gekommen." Das war es und das war doch auch das, was sie gemeint hatte, oder? “Oder was meinst du mit was ich getan habe?” Hatte Lilith vielleicht etwas Anderes gemeint? Nun, wenn dem so war, dann würde er es sicher gleich erfahren.
Aber erst einmal ging es wieder um sein Stecktuch. WENN er schon so großzügig war und gerade so viel Verständnis zeigte, dann konnte sie ja wenigstens die Rechnung für die Reinigung bezahlen. Innerlich hatte Mammon ja eigentlich schon mit Gegenwehr gerechnet. “Ich finde, dass ist das gerin…” Hatte er schon mit seinem Satz angefangen, als ihm klar wurde, WAS Lilith da gerade gesagt hatte. "Moment…" Hatte er das gerade richtig verstanden? “Du bietest mir wirklich an, dass deine Schneiderin mir 10 Stecktücher für jedes meiner Outfits schneidert?” Damit hatte Mammon definitiv nicht gerechnet und das sah man ihm deutlich an. “Ich hatte zwar mit Widerstand gerechnet… aber umso besser.” Sprach er dann weiter und grinste dann zufrieden. “Natürlich nehme ich das Angebot an!” Also wirklich, wer würde so etwas ablehnen? Derjenige wäre ja wirklich schön blöd. “Dir ist aber schon klar, dass ich eine Menge Anzüge habe, oder?” Damit rechnete sie, oder?


RE: No Secrets Between Us - Lilith - 01.02.2026

Natürlich war Mammons Antwort auf die Frage, was er getan hatte, eine wörtliche. Er umschrieb genau, was er getan hatte – physisch getan. Aber wenn das eines bewirkte, dann dass Lilith sich nur bestätigt sah in ihrem ersten Gedanken, dass er es nicht gewesen war, der ihre Gefühle manipuliert und ihre Wut aufgelöst hatte. Zumindest nicht bewusst. Konnte es sein, dass er im letzten Jahr, als sie ihn nicht gesehen hatte, plötzlich erwachsen geworden war, gelernt hatte, die übernatürliche Seite seines Wesens zu erkunden und zu kontrollieren und seine Kräfte feiner zu schulen und einzusetzen für mehr als nur Schmerz, Folter und sein persönliches Vergnügen?
Sie behielt diesen Gedanken ein paar Sekunden im Kopf und wog ihn ab.
Dann verwarf sie ihn allerdings mit recht deutlicher Überzeugung. Es war immer noch Mammon. Wirklich erwachsen werden würde er nie, nicht zu diesem Grad. Wenn Luzifers Verbannung aus der Hölle ihn nicht dazu gebracht hatte, über sich selbst zu reflektieren und sein Potenzial auszuschöpfen, dann würde es gar nichts tun.
Das brachte sie aber noch kein Stück weiter. Es war immer noch gleichermaßen gruselig, wie schnell ihre Wut auf ihn verflogen war und wie versöhnlich sie plötzlich gestimmt war, einfach so. Lilith hatte keine genügsame, friedvolle und versöhnliche Persönlichkeit, noch nie gehabt. Sie war bereit, einen Kampf bis zum bitteren Ende auszufechten und wenn sie eines hatte, dann war es Durchhaltevermögen.
„Vor ein paar Minuten war ich wütend genug, um Einrichtungsgegenstände durch die Gegend zu werfen. Manche davon an deinen Kopf“, erläuterte sie auf seine Rückfrage hin, völlig neutral, so als beschrieb sie einen Fakt wie das Wetter draußen vor der Tür.
„Und jetzt ist es weg. Einfach so. In so kurzer Zeit und ohne äußeres Zutun?“ Sie manipulierte die Gefühle von allen möglichen Lebewesen seit Jahrhunderten. Natürlich hatte sie schon gesehen und erlebt, wie Emotionen hoch- und wieder herunterkochten. Aber in all diesen Fällen war die Schnelligkeit der Eskalation zu Großteilen ihrem Einfluss zu verdanken gewesen. Ob Mammon für all das der richtige Ansprechpartner war… das blieb mal dahingestellt. Aber anders als sie hatte er immerhin Gefühle, seit Geburt an, auch wenn er wohl eher geübt darin war, sie zu unterdrücken als zu deuten. Aber aktuell zumindest war er der einzige Ansprechpartner, den sie hierfür hatte, und sie würde wohl mit ihm Vorlieb nehmen müssen. Besser als all das allein zu sortieren war es allemal.

Die Diskussion über seine Stecktücher ging währenddessen in eine ganz andere Richtung, als Lilith das beabsichtigt hatte.
„Nein, ich meinte eigentlich–“, setzte sie schon zu einer Antwort an, ehe ihr bewusst wurde, dass sie sich die Nummer selbst zuzuschreiben hatte. Natürlich interpretierte ihr Bruder ihr eigentlich so schon großzügiges Angebot, dass sie ihre persönlichen Ressourcen, ihr über Jahrzehnte aufgebautes Netzwerk in dieser Stadt an sorgfältig ausgewählten und erprobten Dienstleistern mit ihm teilte, vielmehr als Chance, all seine dekorativen Accessoires auf ihre Kosten anfertigen zu lassen.
In der gleichen Sekunde wurde ihr aber auch klar, dass sie keine Lust hatte, darüber jetzt einen Streit anzufangen. Sie lehnte sich zurück in die Couch und winkte mit einer ausladenden Handbewegung ab.
„Weißt du was? In Ordnung. Mach einfach.“ Und wenn es ihn glücklich machte... Und bei diesem Gedanken hinterfragte Lilith direkt wieder, ob es nicht doch Mammon war, der irgendeine Möglichkeit gefunden hatte, ihre Stimmung zu beeinflussen. Sie war nie jemand gewesen, der vor einer Diskussion zurückschreckte. Wieso war sie jetzt so milde gestimmt? Und seit wann war es verdammt nochmal überhaupt ein Gedanke in ihrem Kosmos, dass er mit etwas zufrieden oder sogar glücklich war?
Leicht frustriert – oder erschöpft, ganz sicher war sie sich nicht – legte Lilith nun auch ihren Kopf auf der Rückenlehne ab. Dieses ganze Gefühlsding widerte sie an. Sie verstand einfach nicht, wie ihr Körper funktionierte und hatte das Gefühl, dass ihr nicht mehr die komplette Kontrolle darüber oblag. Das war… beunruhigend, um es milde auszudrücken.
„Ich brauche definitiv noch einen Drink.“ Das, was Mammon beschrieben hatte – dass Alkohol auf ihn wirkte, aber lange nicht so schnell und intensiv wie auf die Menschen – schien wohl auch auf sie zuzutreffen. Noch stellte sich zumindest keine der erhofften Wirkungen ein.
„Oder was hast du sonst noch so hier?“ Wahrscheinlich würde sie alles nehmen, und wenn es nur eine simple Zigarette war. Aber Mammon war Clubbesitzer, und er war sicherlich gut vernetzt. Bestimmt hatte er auch noch andere… Betäubungsmittel, die ihre Situation erstmal entschärfen konnten.


RE: No Secrets Between Us - Mammon - 04.02.2026

Wenn er wirklich dafür verantwortlich war, dass ihre Wut so schnell herunter gekocht war, dann hatte Mammon es unbewusst getan. Er war nicht dafür bekannt bei Anderen die Gefühle zu manipulieren, zumindest nicht in dem Maßen, dass sich Gefühle, wie Wut wieder abflachten. Tja und erst Recht würde es ihm nicht einfallen Lilith Gefühle zu manipulieren. Zuvor hatte es auch gar kein Sinn gemacht, weil sie keine Gefühle besaß durch ihre Gnade und jetzt? Jetzt hatte er ja eher selbst mit seinen Gefühlen zu tun. Sich um jemanden Sorgen machen? Nein, auch das gehörte nicht zu den Dingen, die man mit Mammon in Verbindung bringen würde. Sich selbst reflektieren? Auch keine Stärke von ihm. Wenn es um seine eigenen Gefühle ging, dann war der Teufelssohn der Meisterin darin, diese zu leugnen und zu ignorieren. Aber zurück zu Lilith, die auf seine Rückfrage nun antwortete. Ihre Erklärung war sachlich und Mammon fasste es auch genauso auf. Sie erklärte ihm, dass sie bis gerade eben noch zu gern Einrichtungsgegenstände durch die Gegend geworfen hätte und manche sogar an seinem Kopf. Doch dieses Gefühl der Wut war jetzt einfach weg. Mammon runzelte etwas die Stirn und legte sogar seine Hand an sein Kinn und tippte mit seinem Zeigefinger gegen seine Lippen. Ok, das war wirklich merkwürdig, oder… “Vielleicht fandest du einfach meinen Gang zurück zu dir so beruhigend und bemerkenswert.” Absoluter Irrsinn, aber es handelte sich bei diesen Worten um Mammon und es musste ja an ihm liegen. Da er selbst wusste, dass er nicht die Fähigkeiten dazu besaß, jemanden wie Lilith zu manipulieren, musste es an etwas Anderes liegen und das war das Naheliegendste. Zumindest aus der Sicht des Dunkelhaarigen. “Oder lag es an meinen Worten?” Grübelte er weiter. Er selbst war zuvor ja auch aufbrausend gewesen und danach hatte er sich erhoben, hatte zu seinen Angestellten gesehen und es irgendwie geschafft, sich zu beruhigen. Danach hatte er diese verständnisvollen Worte von sich gegeben. War das der Grund gewesen? Da bemerkte er abermals, dass Gefühle einfach nur kompliziert waren.

Da war es doch viel besser über Lilith Angebot zu reden. Sie wollten ihm also ihrer Schneiderin vorstellen und sogar die Kosten dafür tragen. Naja, so hatte seine Schwester es eigentlich nicht gemeint. Mammon hatte es jedoch so verstanden und aus seiner Sicht war es auch nur fair gewesen, nachdem sie sein Einstecktuch mit ihrem Blut besudelt hatte. Es ging nicht dabei um das Blut, sondern um den Fleck an sich, der schlecht rausging. Dass Lilith zuerst Mammons Worte korrigieren wollte, bekam Mammon nicht mit bzw. überhörte es gekonnt und grinste dann als sie meinte, dass er einfach machen sollte. “Sobald du wieder fit genug bist, stellst du den Kontakt her.” Jetzt war sie schließlich noch nicht in der Lage dazu, aber dann - sollte die Brillenschlangenfrau es wirklich schaffen einen Engel zu besorgen - wäre seine Schwester soweit wieder fit, dass sie dann ihre Schulden begleichen konnte.

Sie brauchten einen Drink? Oh, nicht nur sie, denn es ging ihm ähnlich mit Gefühlen. Ja, er hatte sie schon von Geburt an, aber das hieß nicht, dass er gut darin war mit diesen klarzukommen. Er war auf dem besten Weg wieder zu seinem alten Ich zu finden, jetzt, wo diese Halbdämonin schon eine Weile nicht mehr in seiner Nähe war. Er konnte wieder mit anderen schlafen, es war ihm egal, was Andere über ihn dachten und er konnte tun und lassen, was er wollte, ohne, dass er sich Gefühle nicht erklären konnte. Was immer Fred mit ihm angestellt hatte, seit sie weg war, war er wieder normal gewesen. Was das zu bedeuten hatte? Oh nein darüber würde er jetzt nicht nachdenken. Viel lieber schenkte er Lilith und sich noch etwas ein. „Oder was hast du sonst noch so hier?“ Mammons eine Augenbraue erhob sich und ein schiefes Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. “Du meinst diese lustigen bunten Pillen oder Pulver, die sich die Menschen einwerfen?” Es war eher eine rhetorische Frage. “Was willst du denn haben und wofür?” Schließlich hatte jede Pille oder jedes Pulver eine andere Wirkung. Manche machten lockerer und man wurde offener und redseliger, manche beruhigten einen oder andere wiederum leistungsfähiger und man brauchte weniger Schlaf. “Ach… weißt du was?” Meinte Mammon plötzlich, stellte sein Glas von dem er zuvor getrunken hatte und noch in der Hand hatte, auf den Tisch und griff dann in eine seiner Innentasche, wo er ein kleines Tütchen mit verschiedenfarbigen Pillen herausholte und es Lilith hinhielt. “Nimm ruhig. Das ist immer mein kleiner Vorrat, den ich bei mir hab.” Gestand er. Ob er seiner Schwester sagen sollte, dass es auch hier so war, dass man einiges schlucken musste, damit es überhaupt eine Wirkung hatte? Ach nein… ein wenig Intelligenz traute er ihr schon zu und falls nicht, dann würde sie schon fragen.


RE: No Secrets Between Us - Lilith - 08.02.2026

Lilith musste unfreiwillig auflachen, als Mammon in voller Überzeugung mutmaßte, dass es sein Gang von der Fensterfront zurück zur Sitzgruppe gewesen war, der sie beruhigt hatte. Der Gedanke war so vollkommen abwegig, aber er präsentierte ihn wie einen Geistesblitz. Manchmal… konnte er schon unterhaltsam sein.
„Ich denke das können wir als Option ausschließen. Ich versichere dir, dass ich deinen Gang noch nie als besonders beruhigend empfunden habe.“ Sobald sie die Worte ausgesprochen hatte, drängte sich allerdings schon wieder ein anderes Gefühl auf – die pure Welle der Erleichterung, die sie überrollt hatte, als sie seine Präsenz wahrnehmen konnte, letzte Nacht, in diesem Krankenzimmer bei Wolfram & Hart. Die Sekunde, in der sie endlich, mit absoluter Überzeugung, gewusst hatte, dass sie leben würde… weil er niemals zulassen würde, dass ihr in den Händen der Ärzte dort etwas geschah. Es war nicht zwangsläufig sein Gang gewesen, aber seine Präsenz hatte ihr durchaus ein Gefühl der Beruhigung verschafft. Ihr Magen zog sich zusammen, mal wieder, und Lilith hoffte inständig, dass das eine Nebenwirkung ihrer Verletzungen war. Wenn sie ab sofort permanent Übelkeit empfand, immer wenn sie irgendwelche Emotionen hatte… dann würde sie ziemlich sicher durchdrehen, noch bevor sie die Chance hatte, ihre Gnade zurückzubekommen.
Und Gefühle zu – oder mit – oder über – Mammon brauchte sie am allerwenigsten.
„Es ist furchtbar“, kommentierte sie schließlich, die Frustration deutlich in ihrer Stimme erkennbar. Was auch immer es war, das ihre Wut gedimmt hatte, sie hatte keinen Einfluss darauf und konnte so die Energie, die offenbar stark genug gewesen war, dass sie sich aus Luzifers Falle hatte befreien können, nicht bewusst nutzen. Von all den anderen Magenproblemen gar nicht anzufangen.
„Wie erträgst du das, Tag für Tag?“

Während Lilith noch dabei war, ihre Gefühle zu sortieren und zu analysieren, vor allem in Hinblick darauf, warum sie so ungewöhnlich milde gestimmt war, sonnte sich Mammon ausgelassen in seinem Triumph darüber, dass sie nachgegeben und ihm zugestimmt hatte. Womöglich war es doch auch ein klein wenig der Alkohol, der sich so langsam in ihrem Körper ausbreitete und ihre Stimmung ebnete… 
“Sobald du wieder fit genug bist, stellst du den Kontakt her.”
„Sicher. Wann auch immer das sein wird.“ … oder vielleicht auch nicht. Unsicherheit macht sich in ihr breit. Angst. Sie wusste, dass Medea zuversichtlich erklärt hatte, dass sie einen Engel besorgen würde, der sie heilte. Aber was wenn nicht? Oder was, wenn es damit nicht getan wäre? Ihr Körper war sterblich. Was bedeutete das für sie? Wie verletzlich war sie wirklich? Wie… angreifbar?
Rasende Gedanken, sich hineinsteigern in Probleme… das war alles absolut untypisch für Lilith. Normalerweise war sie jemand, der klare Pläne fasste und die dann durchzog. Aber nichts funktionierte mehr wie es sollte. Ihr Körper nicht, ihr Kopf nicht. Die Welt nicht. Sie griff nach ihrem Glas, das Mammon gerade aufgefüllt hatte, während er fragte, was sie darüber hinaus haben wollte.
„Bevorzugt Opioide, aber ich bin mit allem zufrieden, das mich für eine Weile das verdammte Loch vergessen lässt.“ Zur Verdeutlichung tippte sie mit ihrem Glas kurz gegen ihr Brustbein, ehe sie es an die Lippen hob und einen tiefen Schluck nahm. Ihr Bruder enttäuschte nicht – er zog währenddessen ein Tütchen direkt aus der Innentasche seines Jacketts und reichte es ihr. Nun, das war praktisch.
Sie nahm ihm den kleinen Plastikbeutel ab, schüttelte ihn kurz untersuchend, öffnete ihn dann und ließ zunächst zwei der Tabletten auf den Tisch gleiten. Dort nutzte sie ihr Glas, um sie zu zerdrücken. Anschließend lehnte sie sich wieder rüber zu Mammon und griff in seine Innentasche – die andere diesmal – aus der sie, wie erwartet, seine Brieftasche hervorzog. Mit einer der Kreditkarten, die sie darin fand, behalf sie sich kurzerhand, ihr neu gewonnenes Pulver in zwei saubere Lines zu bringen. Natürlich hätte sie die Pillen auch einfach mit dem restlichen Alkohol runterspülen können, aber… sie brauchte sie schneller.
Dann tauschte sie die Kreditkarte gegen einen Geldschein und schnupfte beide Linien auf einmal. Anschließend reichte sie Mammon seine Brieftasche zurück. Das Tütchen ließ sie vorerst auf dem Tisch liegen – vielleicht würde sie das später noch benötigen. Oder Mammon würde sich bedienen wollen, je nachdem.
„Und, nur damit wir das direkt klargestellt haben“, verkündete sie danach, während sie sich wieder zurücklehnte in die Kissen der Sitzgruppe, darauf wartend, dass die Pillen ihre Wirkung tun würden. „Egal, welches Versprechen du mir jetzt noch aus den Rippen leierst – es ist nichtig, wenn ich mich morgen nicht mehr daran erinnern kann. Cheers.“ 
Sie hob ihr Glas und prostete ihm zu.


RE: No Secrets Between Us - Mammon - 08.02.2026

Lachte sie ihn gerade aus oder… an? So ganz konnte Mammon es nicht zuordnen. Wäre Lilith noch immer im Besitz ihrer Gnade gewesen, so wäre es vollkommen klar gewesen, dass das gerade ein Auslachen war, aber jetzt? Es klang irgendwie… anders und ihr Gesichtsausdruck war auch anders gewesen. Mammon hatte durchaus Schwierigkeiten dies richtig einzuordnen. Sollte er sauer auf sie sein oder… nein irgendwie freute er sich darüber, dass sie aufgelacht hatte. Es tat gut sie so zu sehen nach allem, was ihr passiert war. Das war schon ein merkwürdiges Gefühl. Früher wäre es ihm egal gewesen. Sie beide hatten nicht gerade eine liebevolle Beziehung zueinander. Keiner gönnte dem Anderen etwas und Streit war durchaus an der Tagesordnung gewesen. Zuneigung, Freude für den Anderen oder Hilfsbereitschaft war Fehlanzeige. Schließlich waren sie die Nachkommen des Teufels und da brauchte man niemand Anderen, sonder jeder war sich selbst der Nächste. Lag es bei ihr daran, dass sie keine Gnade mehr hatte und bei ihm, weil ihm der Aufenthalt auf der Erde irgendwie… verweichlicht hatte? Furchtbar? Mammon hob kurz fragend seine Augenbrauen, verstand jedoch bei ihren nächsten Worten, was sie mit furchtbar meinte. “Du meinst Gefühle?” Das meinte sie doch, oder? “Naja…” Fing er an zu sprechen und machte eine kleine Handbewegung. “Entweder ignoriere ich sie, leugne sie, verändere sie zu meinen Gunsten oder finde eine für mich plausible Erklärung, was die Ursache sein könnte und meistens ist natürlich jemand Anderes daran schuld." Sich mit Gefühlen auseinandersetzen? Oh nein! Das würde nur Kopfschmerzen bereiten oder sonst was für einen Rattenschwanz auslösen. Nein, das klang viel zu anstrengend und kompliziert und gar nicht so nach Spaß. Ob ihr diese Erklärung aber weiterhalf, war eine andere Frage. Er hatte eine Ewigkeit Zeit dafür gehabt dies zu üben und zu perfektionieren. Sie hingegen hatte wie lange keine Gnade mehr? Ein paar Tage? Stunden?

„Sicher. Wann auch immer das sein wird.“ Ein hörbarer Seufzer entwich Mammons Lippen, sowie ein Augenrollen. “Ach komm…” Sprach er und sah seine Schwester an. "Seit wann bist du so… pessimistisch geworden?” Nein, das passte so gar nicht zu ihr und schwächte auch das Bild, der eigentlich so mächtigen und selbstbewussten Lilith, Nachfahrin des Teufels. “Sieh es doch mal so. Sollte die Brillenschlangenfrau es nicht schaffen, dann können wir sie in einen meiner Folterräume einsperren und du kannst sie nach Lust und Laune foltern bis du keine Lust mehr hast.” Menschen waren Pessimistisch und Lilith war kein Mensch! Sie hatte lediglich ihre Gnade verloren. “Also komm! Du bist Lilith! Die Tochter des Teufels, die über so etwas, wie Pessimismus steht!” Sie so zu erleben, war nicht erträglich und so machte es irgendwie auch keinen Spaß mit ihr zu streiten oder sonst etwas zu tun, was sie eigentlich beide immer taten.
Vielleicht half Lilith aber Drogen weiter. Sie selbst hatte schließlich danach gefragt und so hatte Mammon seinen kleinen Vorrat aus seiner Jackentasche geholt und es ihr gegeben. Sie brauchte es gerade dringender als er. Nunja, er selbst nahm es nur aus Spaß ein. Man konnte so auch durchaus Sex auf eine andere Ebene bringen. Aber gut, das war ein anderen Thema, was sie hier jetzt nicht besprachen. Lilith nahm sich der Tüte an und zerdrückte mit ihrem Glas Pillen, welche sie vorher rausgenommen hatte. Er verstand sofort, warum sie diese zerdrückt hatte. So ging es einfach schneller, auch wenn Mammon sich nicht sicher war, ob diese Dosis schon ausreichte. Dass sie ohne zu fragen an seine andere Innentasche ging und dort seine Brieftasche herauszog, ließ er zu. Er wollte schließlich, dass es ihr besser ging. Seine Brieftasche mitsamt Kreditkarte und Geldschein nahm er wieder entgegen und verstaute diese wieder in seine Innentasche. Ob er sich auch ein paar Pillen gönnte? Nein, diesmal nicht. Sollte Lilith ihren Spaß erstmal damit haben in der Hoffnung, dass diese den Zweck erfüllten, den seine Schwester sich erhoffte. Als Lilith nun dann anfing zu sagen, dass sie gleich eines klarstellen wollte, fing Mammon an zu schmunzeln. Er ahnte schon, was ihre nächsten Worte waren. Auch Mammon erhob sein Glas. “Natürlich.” Meinte er schmunzelnd, ehe er ihr zuprostete und dann ebenfalls noch einen Schluck trank. “Ich bin gespannt, wie lange es braucht, bis es winkt.” Gab er dann zu und würde Lilith jetzt definitiv nicht allein lassen. Jedoch nicht, um auf sie aufzupassen - also insgeheim schon, aber das gestand er sich nicht ein - sondern um sich hoffentlich von ihr unterhalten zu lassen, wenn die Pillen wirkten. Das könnte durchaus witzig werden.


RE: No Secrets Between Us - Lilith - 09.02.2026

Mammon sah kurz irritiert aus, als sie lachen musste, aber Lilith konnte nicht direkt sagen warum – und anders als noch kurz zuvor sprach sie ihn an dieser Stelle auch nicht direkt darauf an. Diese subtilen Prozesse, das Lesen seiner Mimik und dessen, was implizit im Raum stand, ohne ausgesprochen zu werden… das schien ihr aktuell ein klein wenig zu entgleiten. Aber… vielleicht war es – in Anbetracht dessen, was in den letzten 24 Stunden alles passiert war – auch einfach in Ordnung, wenn sie die Haltung konstanter Aufmerksamkeit und Alarmbereitschaft für eine Weile… aufgab. Nur für eine Weile.
Sie nickte auf Mammons Rückfrage, ob sie von Gefühlen sprach. Darum war es doch gerade gegangen, oder nicht? Wut, die einfach verschwunden war. Und jetzt… Sorge. Angst. Unsicherheit. Sie waren ganz deutlich da, auch wenn sie von diesen Emotionen nicht offen sprach. Nicht, nachdem er sich gerade über ihre Tränen lustig gemacht hatte.
Mammon listete ihr eine ganze Reihe an Maßnahmen auf, wie er mit seinen Gefühlen umging. Genauso gut hätte er allerdings auch von der Priesterweihe in der katholischen Kirche sprechen können, so viel Sinn ergaben seine Worte für sie.
„Du ignorierst sie?“, hinterfragte sie direkt. „Wie? Manche von ihnen sind so intensiv, dass ich zeitweise denke ich kann nicht atmen. Von ‚zu meinen Gunsten verändern‘ will ich gar nicht erst anfangen. Ich ertrage sie nicht mal, wie zur Hölle kann ich sie bewusst verändern?!“ Leugnen, das klang noch am sinnigsten unter all seinen Maßnahmen. Wenn sie sich also lange genug einredete, dass sie keine Gefühle hatte, dann würden sie weggehen? Lilith runzelte nachdenklich die Stirn. Das klang nach ziemlicher Scharlatanerie, aber er war derjenige mit den Erfahrungen in diesem Bereich. Wenn er also sagte, dass es funktionierte…?

Lilith legte eine Hand auf ihre Stirn und massierte mit den Fingerspitzen ihre Schläfen, abwesend, wartend, dass sie sich endlich besser fühlte. Sie musste Mammon nicht ansehen, um genau seinen Gesichtsausdruck vor Augen zu haben, während er seufzte. Sein Augenrollen, das exakt zum Tonfall passte, den er direkt darauf anschlug. Er hatte nicht Unrecht damit, dass dieses Verhalten untypisch und unter ihrer Würde war, sicherlich nicht, aber… wie sollte sie zurückkommen in ihre vorherige Lage, wenn sie ihre eigene Gedanken nicht einmal greifen konnte, weil sie ständig aufgeweicht und weggespült wurden von irgendwelchen armseligen, menschlichen Emotionen? Die Schmerzen waren dabei eigentlich fast schon nebensächlich.
Andererseits… die Menschen waren Wesen der primitivsten Sorte. Und sie funktionierten auch irgendwie – wenngleich manche eher schlecht als recht – in der gleichen Lage, in der sie sich aktuell befand. Es musste ja einen Weg geben, wie sie damit fertig wurde.
Mammon hatte auch gleich einen Vorschlag, und Lilith war direkt interessiert.
„Du hast Folterräume einbauen lassen? Hier?“ Das klang in der Tat spannend. Sie hatte schon ewig niemanden ausgiebig und gepflegt gefoltert… es musste Wochen her sein. Weil sie so beschäftigt gewesen war mit ihrem Auftrag, bevor das ganze Drama letzte Nacht stattgefunden hatte.
„Mit Dark Rooms hätte ich gerechnet, bei einem Club dieser Größe. Folterräume… bringen die Sache aber auf ein anderes Level. Sind sie schallisoliert? Welche Hilfsmittel hast du vorrätig? Wer bekommt typischerweise Zugang?“ 
War das eine Illusion, oder waren das tatsächlich sowas wie Lebensgeister, die er in ihr geweckt hatte? Es war etwas so Banales… stumpfer, primitiver Spaß. War das der Schlüssel dazu, die intrusiven Gedanken loszuwerden – sich einfach mit etwas anderem zu beschäftigen? Spaß zu haben? Sicherlich eine valide Option; als Ablenkung würde es allemal dienen. Allerdings müsste sie auch dafür eigenständig aufrecht stehen und gehen können.
„Nein, du hast Recht“, gab sie schließlich zu. Es brachte sie immerhin kein Stück weiter, hier elendig herumzuliegen – davon wurde ihre Situation sicher nicht besser. Im Gegenteil, wahrscheinlich fühlte sie sich nur noch miserabler. Und letzten Endes war es nichts weiter als eine Frage der Zeit, bis sie wieder auf den Beinen war.
„Ich werde auch ohne ihre Hilfe heilen. Es ist nur… es fühlt sich alles schwerer an, wenn du an einen Ort gebunden bist. Ich müsste nicht mit dir über Eventualitäten diskutieren, wenn ich einfach rausgehen und ausprobieren könnte, welche meiner Kräfte ich noch habe und welche nicht. Aber–“, sie deutete in einer ausladenden Geste auf ihr geschientes Bein. Von der klaffenden Bauchwunde mal ganz zu schweigen.
„Gott, wie sehr ich wünschte ich könnte etwas töten“


RE: No Secrets Between Us - Mammon - 12.02.2026

„Du ignorierst sie?“ Was dachte sie denn, was er tat? Etwa sich mit diesen Gefühlen auseinandersetzen? Vielleicht noch versuchen diese zu verstehen und gegebenenfalls diesen Gefühlen nachgeben? Tse, wer war er? Etwa eine menschliche Frau, die gefühlsduselig war? Also wirklich! Natürlich ignorierte er diese Gefühle, leugnete sie oder versuchte diese zu seinen Gunsten irgendwie zu verändern. Doch die große Frage, die Lilith zurecht hatte war, wie er das Ganze anstellte. “Nunja…” fing Mammon an. Er hatte eine Ewigkeit Zeit gehabt es zu lernen, aber hier brauchte es eine verdammt schnelle Lösung. “Konzentrier dich einfach auf etwas Anderes. Sex klappt ganz gut oder Folter.” Das waren die einfachsten Varianten, aber leider auch nicht immer möglich. “Tja und wenn das gerade nicht möglich ist, weil du zum Beispiel mit jemanden sprichst, dann konzentriere dich einfach nur auf ein Wort oder auf die Person selbst. Vielleicht hat sie irgendetwas an sich, was dich wütend macht oder du dich darüber lustig machen kannst.” Das war jetzt nun wirklich eher ein Crashkurs als eine detaillierte Beschreibung, aber für den Anfang könnte es dennoch nützlich sein. “Konzentriert dich einfach auf die Gefühle, die du haben willst.” Meinte er und machte dabei eine kleine Handbewegung. Wut war sicher ein Gefühl, was ihr gefallen konnte. Dennoch hatte sie Recht damit, dass es eher eine Scharlatanerie war. Aber hey, wen interessierte das schon? Mammon war bisher immer gut mit dieser Praxis gefahren. Wieso also etwas ändern, was so gut funktionierte?

“Natürlich habe ich Folterräume! Du glaubst doch wohl nicht, dass ich jemanden ohne Bestrafung davon kommen lasse, wenn er sich nicht fügen will oder seine Schulden nicht bezahlen will.” Also wirklich! Er war doch kein Anfänger! Auch Mammon hatte in der Hölle gefoltert oder eben foltern lassen und dabei genüsslich zugeschaut. Er war der Folter definitiv nicht abgeneigt und das hatte sich hier auf der Erde nicht geändert. Ihre Fragen, die danach folgten, klangen wieder danach, als würde sie glauben, dass er ein blutiger Anfänger wäre. Außerdem war er doch nicht allein. Seine rechte Hand Kisai war stets an seiner Seite. Kisai war einfach unersetzlich. Er war Mammons engster Vertrauter und er vertraute diesem zu 100%. Deshalb musste er jetzt mit hochgezogener Augenbraue sie ansehen. “Was glaubst du wohl?” Natürlich waren die Räume unten schallisoliert. Es sollte ja da oben auf der Tanzfläche keiner mitbekommen und selbst, wenn man den Keller betrat, war es durchaus unwahrscheinlich, etwas zu hören. “Weißt du was?” Meinte er plötzlich. “Sobald es geht, kannst du dich gern hier überall umschauen und von mir aus auch alles ausprobieren.” Dazu noch eine passende Handbewegung, um zu zeigen, dass er absolut nichts zu verbergen hatte. Dann sollte sie sich eben selbst überzeugen. “Nur sag mir vorher Bescheid, sonst kommst du an meine Kellermeisterin nicht vorbei. Sie nimmt ihren Job sehr ernst und das würde sonst unschön für dich enden.” Lilith würde nicht sterben, denn sie war sicher immer noch Dämonen überlegen, aber man würde ihr sicher durchaus ansehen, dass jemand sie nicht durchlassen wollte.

Moment… was? Sie gab IHM Recht? Das war wirklich etwas ganz Seltenes, sodass er nun kurz beide Augenbrauen hob. Jedoch nicht so lang, denn sie sollte bloß nicht denken, dass er so leicht zu überraschen war. Eher grinste Mammon nun überlegen. “Natürlich hab ich Recht.” Er hatte ja meistens Recht, also aus seiner Sicht natürlich gesehen. Tja und dann war sie wieder da. Die Lilith, die er kannte, die, die nicht so einfach aufgab. Ja, die Lilith gefiel ihm viel besser und so sah man ein zufriedenes Grinsen auf seinen Lippen. “Oh… also wenn es ums Ausprobieren geht… Kisai könnte dir bestimmt ein passendes Opfer besorgen.” Das war ja nun wirklich das geringste Problem, was es gab. “Tja und es gibt soetwas, wie Rollstühle, sicher auch einen, der deiner würdig ist und eher nach einem Thron aussieht, als nach einem Hilfsmittel.” Es gab sicher fähige Personen, die so etwas herstellen könnten, falls die Brillenschlangenfrau es doch nicht schaffte und es noch eine Weile dauern würde, bis Lilith wieder ihre Beine selbst richtig wieder benutzen konnte.
“Mir ist jetzt ein wenig nach Musik.” Meinte er dann und stand schließlich auf. Natürlich würde er selbst spielen und singen. Das war einfach die beste Musik. Er setzte sich auf seinen Hocker und öffnete die Tastenklappe. Dann legte Mammon seine Finger auf die Tasten und fing an zu spielen. Erst war es nur ein kleines Vorspiel ohne Gesang und dann erst hörte man seine wunderbare Stimme:
“Someday, someday
We're gonna rule the hell and world
I know someday
We're gonna rule the hell and world
Counting down to explosion
I hear the moment approaching
Someday, someday
We're gonna rule the hell and world
Waiting avalanches
Are the calm before the fall
Lightning when it flashes
Tells the story of it all
We own the future
We own the future
Our blood runs cold like we're at war
Our eyes light up like a thunderstorm
We own the future
We own the future
We own the future
Someday, someday, soon
We own the future
Someday
We own the future
Someday, someday, soon
We own the future
We're gonna rule the hell and world”
Er spielte und sang düster und teuflisch. Oh ja, es klang nach einem Versprechen. Warum aber gerade diese Worte? Nun, es war seine Art zu sagen, dass es ihm gefiel, dass Lilith hier war und sie nun ein gemeinsames Feindbild hatten. Ihren Vater und ja… wieso nur als Ziel haben die Hölle zu regieren, wenn man obendrein auch noch die Erde regieren könnte? Schließlich musste er zugeben, dass es ihm hier gefiel.


RE: No Secrets Between Us - Lilith - 15.02.2026

Lilith wusste nicht, was sie sich erhofft hatte. Vielleicht, dass Mammon ihr eine sinnige Erklärung servieren würde. Dass die Nummer mit den Gefühlen sich abnutzte, dass sie jetzt noch intensiv waren, weil sie so neu für sie waren, bald aber stumpf wurden, unbemerkbar und sie dann nicht mehr beeinflussen würden in jedem Gedanken und allen Handlungen, die sie tat. Oder dass er den Schlüssel hervorzauberte und ihr erläuterte, wie das Ding mit dem Ignorieren so funktionierte, das er selbstverständlich gelernt hatte zu beherrschen, in all den Jahrhunderten, in denen er das schon tat. Besser, als es den Menschen je gelingen konnte, einfach aufgrund der schieren Dauer seiner Erfahrung.
Ein klein wenig in die zweite Richtung ging seine Antwort dann letztendlich auch. Aber der ‚Schlüssel‘, den sie sich erhofft hatte, war eher eine dürftige Anweisung, die sie zunächst mit mäßig großer Zuversicht in deren Erfolgsquote erfüllte.
“Konzentrier dich einfach auf etwas Anderes. Sex klappt ganz gut oder Folter.”
Nun, immerhin das leuchtete ihr ein. Beides waren wirklich reizvolle Aktivitäten, die die Chance boten, sich mental in ihnen zu verlieren. Wenig anderes ermöglichte das in der gleichen Intensität.
„Wen nutzt du hier so für Sex?“ Sicher gab es ausreichend reguläre, abendliche Groupies, an denen er sich bedienen konnte – die klassischen Clubgänger, die offen waren für alles und auf der Jagd nach dem nächsten High. Und Mammon strahlte Macht aus, das spürten auf unterschwelliger Ebene auch viele Menschen, selbst wenn ihre mentalen Fähigkeiten zu verkümmert waren, um Auren wahrnehmen zu können. Aber sie kannte ihren Bruder… er hätte sicherlich noch bessere Empfehlungen als dahergelaufene Partygäste.
Seine restlichen Ratschläge – sich zu konzentrieren auf die Gefühle, die sie haben wollte, und Schwachstellen an der Person zu suchen, mit der sie sich unterhielt, wenn ein Entfernen aus der Situation nicht möglich war – waren nicht ganz so ermutigend.
„Wir werden sehen, wie viele ich noch finde, die ich tatsächlich haben will“, gab sie skeptisch zurück. Aber seine Hinweise waren immerhin ein Anfang. Es würde ihr zunächst nichts anderes übrig bleiben als sie im Kopf zu behalten, auszuprobieren und dann eventuell zu gegebener Zeit noch einmal das Gespräch mit ihm zu suchen. Vielleicht wenn sie selbst mehr Erfahrungen gesammelt hatte.

Und dann schlug ihr auf einmal eine Welle an Verteidigung entgegen, nachdem sie Rückfragen zu den Folterräumen gestellt hatte. Das erste Thema, das aufrichtig ihr Interesse geweckt und ihre Stimmung in Ansätzen verbessert hatte, aber anstatt die Informationen mit ihr zu teilen, würde Mammon defensiv. So als hätte sie sein Konzept kontrollieren und auf Schwachstellen prüfen wollen.
In einer anderen Situation hätte Lilith ihn darauf wahrscheinlich hingewiesen. Seine Unsicherheit hervorgezerrt, sich womöglich lustig gemacht darüber, dass sie das in ihm auslösen konnte, und den Finger noch ein wenig in die Wunde gelegt, weil er sich ihr gegenüber offenbar unzulänglich fühlte. Aber heute… war sie nicht in Stimmung. Vielleicht waren es die Rauschmittel, die langsam aber sicher ihre Wirkung zeigten.
„Entspann’ dich. Das waren Interesse und Anerkennung für die Idee, beides zu verbinden. Je nachdem wie laut die Musik ist, wäre eine Isolierung vielleicht auch gar nicht nötig gewesen“, entgegnete sie beschwichtigend. Sicher war natürlich sicher, und mit Schalldämmung eröffneten sich gleich ganz andere Möglichkeiten. Ja, sie war definitiv interessiert. Dann stahl sich allerdings doch noch ein kleines Schmunzeln auf ihre Lippen.
„Ich bin mir sicher, Kisai hat an alles gedacht.“ Ehre, wem Ehre gebührte – die Planung und Umsetzung hatte sicherlich nicht Mammon betreut. Jenseits von der finalen Abnahme zumindest.
Er gewährte ihr freien Zugang zu den Räumlichkeiten, eine Tatsache, die Lilith tatsächlich wohlwollend zur Kenntnis nehmen wollte – hätte er nicht anschließend den… nun ja, missglückten Sicherheitshinweis angeschlossen, was seine Kellermeisterin anging. Sie schnaubte, direkt gefolgt von einem kurzen, dunklen Lachen.
„Du solltest ihr direkt Bescheid geben. Wenn sie mich einmal anrührt, wird es das Letzte sein, was sie je tun wird.“ Für wen hielt er sie? Ja, ohne ihre Gnade mochte sie sterblich sein, für den Moment. Und eventuell war sie aktuell auch körperlich ein wenig eingeschränkt, aber wie sie ihn vorhin schon einmal erinnert hatte: Sie war ein Erzengel, kein simpler niederrangiger Himmelsbote. Egal welche Art von Dämon er dort platziert hatte, und egal ob sie ihre Kräfte noch in dem Ausmaße beherrschte, wie sie das vor dem Angriff getan hatte – sie waren nicht weg. Womöglich musste sie sich an die neuen Begebenheiten gewöhnen, die Feinheiten ausloten… aber sie würde die Dämonin auch weiterhin ohne Mühe dazu bringen können, dass sie sich vor Schmerzen auf dem Boden krümmte. Und selbst wenn nicht – sie machte nicht sonderlich oft Gebrauch davon, weil ihre Präferenzen im Umgang woanders lagen, aber… sie war mit und teils auch von Tan ausgebildet worden. Das sollte ihm eigentlich klar sein. 
„Es sei denn sie ist heiß. Dann… habe ich vielleicht nichts einzuwenden dagegen, wenn sie ein wenig mit mir spielt“, endete sie mit einem verheißungsvollen Schmunzeln, ehe sie ihr Glas noch einmal an die Lippen hob.
Immerhin hatte dieser Teil der Unterhaltung den netten Nebeneffekt, dass sie sich ihrer selbst wieder bewusst wurde. Wer sie war. Was in ihr steckte.

Dass sie auch dazu erst einmal wieder halbwegs auf den Beinen sein müsste, bevor sie über Spielereien mit Schmerz überhaupt nachdenken sollte… wurde langsam ein wenig sekundär. Die Wichtigkeit des Themas rutschte irgendwie in den Hintergrund, weil auch die Schärfe ihrer Schmerzen langsam abnahm. Sie waren nicht weg, wurden aber milder. Über sowas wie Rollstühle wollte Lilith in dieser Situation dann gar nicht erst nachdenken. Das wäre definitiv unter ihrer Würde, auch wenn Mammon gute Gedanken beisteuerte. Sitzend anwesend sein, ja. Sich mit einem Stuhl bewegen? Auf gar keinen Fall. Das würde es nur offensichtlicher machen, dass ihre Selbstheilungskräfte beeinträchtigt waren und sie potenziell angreifbar wäre.
Und noch war es ja auch eher eine hypothetische Frage. Medea hatte einen absolut fähigen Eindruck gemacht, wenn sie so überzeugt davon war, dass sie einen Engel auftreiben könnte… dann würde Lilith zunächst einmal abwarten, ob sie lieferte, egal wie nahe an der Unmöglichkeit die Aufgabe war. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Mammon ihr scheinbar auch noch ein zeitliches Ultimatum gestellt hatte, wie sie hörte.
Darauf, dass Kisai ihr ein Opfer bringen würde, wenn sie ihre Kräfte testen wollte, würde Lilith wohl zu gegebener Zeit zurückkommen. Sollte sie sich nicht doch mit der Kellermeisterin vergnügen wollen, verstand sich – aber womöglich wäre Mammon ein wenig ungehalten, wenn sie die in Stücke zerlegte. Er schien viel von ihr zu halten.

Plötzlich verkündete Mammon, dass ihm nach Musik war, und natürlich machte er die dann selbst. Das ganze Klavier-Ding hatte er offenbar wirklich für sich wiederentdeckt, und Lilith hielt ihn nicht davon ab. Er war gut darin, und anders als ihr Vater war sie keine Verächterin menschlicher Künste. Sie schenkte sich noch einmal nach und lehnte sich dann wieder zurück in die Kissen; zum ersten Mal seit Stunden mit einem tatsächlich ansatzweisen Gefühl von Bequemlichkeit, da ihre Schmerzen nicht mehr so sehr pulsierten.
Die Augen geschlossen, hörte sie ihm zu, während er sang. Es war kein Stück, das ihr bekannt war… was nichts heißen musste. Entweder der Urheber hatte ihr Interesse bisher einfach noch nicht geweckt, oder Mammon ließ sich spontan von seinen Bedürfnissen treiben und spielte einfach, was ihm in den Sinn kam. In jedem Fall war es eingängig und… bedeutsam. Der Text, die Worte… sie hatten Gewicht. Gepaart mit der düsteren Melodie war es ein Stück, das unter die Haut ging.
We own the future…
In der letzten Wiederholung des Choruses gab sie ihm eine Harmonie zu seiner Melodiestimme. Leise nur, womöglich hörte er es gar nicht. Sie hatte lange keinen so hohen Geltungsdrang und kein Bedürfnis nach großen, dramatischen Auftritten wie er. Aber die Tragweite, die in seinem Gesang mitschwang… sie machte etwas mit ihr. Gab ihr das Bedürfnis, sich zu beteiligen. 
Als er geendet hatte, ließ sie seine Worte noch ein wenig im Raum verhallen, ließ ihre Bedeutungsschwere und die Botschaft dahinter nachwirken. Wozu sie in der Lage wären, wenn sie ihre Kräfte verbinden würden... 
Dann setzte sie sich langsam auf, um ihn sehen zu können, drüben am Flügel.
„Was du vorhin gesagt hast, hast du das Ernst gemeint?“ Sie hatte zum entsprechenden Zeitpunkt nicht auf seine Aussage eingehen können, weil irgendein Gefühl ihre Gedanken wieder weggerissen hatte, aber jetzt, im Zusammenhang mit seinem Lied, fiel es ihr wieder ein.
„Dass du mich unterstützen würdest? Gegen ihn?“


RE: No Secrets Between Us - Mammon - 17.02.2026

„Wen nutzt du hier so für Sex?“ Für viele wäre diese Frage sicher irritierend oder gar verstörend gewesen. Doch sie beide waren Höllenwesen und da war Sex genauso normal, wie das Foltern und erst Recht das darüber sprechen. So etwas, wie Monogamie gab es nicht wirklich in der Hölle. Man teilte sich durchaus seine Sexpartner. “Kommt ganz drauf an was du für Sex suchst.” Mammon wusste ja nicht welche Art von Sex sie gerade meinte. Eher die Kuschelvariante oder doch die mit Schmerzen? Wollte sie lieber eine schnelle Nummer oder sollte es doch über mehrere Runden gehen? War es komisch, wenn Mammon sagte, dass er durchaus so etwas, wie eine Liste an Leuten hatte? Nur eine Person würde er vor Lilith nicht für Sex erwähnen.
Ansonsten gab es natürlich keine Wunderformel dafür, wie man unerwünschte Gefühle schnell aus dem Verkehr zog. Selbst Mammon, der eine Ewigkeit dafür schon Zeit hatte, würde es selbst bald am eigenen Leib erfahren, dass es Grenzen gab. Natürlich konnte man für eine gewisse Zeit Gefühle ignorieren oder leugnen, aber das ging einfach nicht für immer so. Selbst Mammon war davor nicht geschützt. Und Lilith? Nun, sie wusste theoretisch, welche Gefühle es gab und was sie dafür tun musste um sie bei Wesen auszulösen, aber jetzt gehörte sie selbst zu diesen Wesen, die fühlen konnte. Welche Gefühle sie wohl alle zulassen wollen würde? Auch Mammon war gespannt darauf.

Natürlich hatte der Teufelssohn in den Verteidigungsmodus gewechselt. Seit wann fragte seine Schwester nur aus reinem Interesse? Normalerweise steckte da auch immer ein Hauch von Hohn dahinter. Ja, schon immer hatte Lilith ihm das Gefühl gegeben, dass er eben nicht rein war und somit durchaus nicht in der Lage war, irgendetwas richtig zu machen. Anerkennung? Fehlanzeige in der Vergangenheit und da war es doch nur logisch, dass er gerade so reagierte, wie er reagiert hatte. Im Übrigen war auch Mammon zu Lilith nicht anders. Die Hölle war eben kein Ort, wo Lob oder Anerkennung Platz fanden. Geschwisterliebe und Unterstützung? Auch das würde man in der Hölle vergeblich suchen. Außer… außer der Andere hatte etwas zu bieten, was man selbst gerade brauchte oder eben nützlich für die eigenen Pläne war. Im Grunde konnte man sagen, dass jeder sich selbst am nächsten war. Moment… was sagte sie da gerade? Er solle sich entspannen, weil sie aus Interesse und Anerkennung gesprochen hatte? Extrem verwundert sah er seine Schwester an. Solche Worte aus ihrem Munde? Nein, das war wirklich ungewöhnlich und daran musste sich der Dunkelhaarige erstmal gewöhnen. “Interesse und Anerkennung und beide in einem Satz aus deinem Mund.” Merkte er an. “Wow… darauf brauch ich noch nen Schluck.” Sprach er weiter, schüttelte einmal den Kopf mit einem Schmunzeln, ehe er wirklich noch einen Schluck aus seinem Glas nahm. Was die Aussage über Kisai anging, das ärgerte ihn nicht, denn hier hatte er eine ganz eigene Logik. Kisai war seine rechte Hand. ER hatte sich diesen zum Vertrauten ausgesucht und somit war auch er irgendwie daran beteiligt, wie das hier alles organisiert war. Klang das irgendwie logisch? Nun, für den Teufelssohn allemal. “Ich hab eben den Besten an meiner Seite.” Damit war das sowohl ein Lob für Kisai, welches er nicht hörte, aber auch für sich selbst, weil er so ein gutes Händchen für die Auswahl seiner rechten Hand hatte.

Und plötzlich hatten sie irgendwie die Rollen getauscht. Jetzt war Lilith die in den Verteidigungsmodus ging. Dabei hatte Mammon es nicht so gemeint, wie sie es gerade auffasste. Er war definitiv davon ausgegangen, dass sie weiterhin stärker und mächtiger als ein Dämon war. Doch sie war eben verletzt und wer wusste schon, wie fit sie wieder nach der Heilung mit dem Engel war, sollte Medea es wirklich schaffen einen aufzutreiben. Mammon hatte es doch nur gemeint, er sorgte sich einfach um sie. Ach verflucht! Was waren das denn jetzt für Gefühle? Er hatte sich noch NIE um sie gesorgt, genauso wenig, wie sie Anerkennung und Interesse für ihn übrig gehabt hatte. Was hatte sich nur geändert? Vielleicht, dass er hier auf der Erde schon so lange war? Der Umstand, dass sie nun extrem geschwächt war? Er wusste es nicht, wollte aber auch nicht darüber nachdenken und da war es sehr willkommen, dass Lilith sich selbst irgendwie in den Griff bekommen hatte und ein wenig zurückruderte um ihre Aussage mit einem Schmunzeln zu beenden. “Natürlich ist sie heiß. Falls du also Sex gepaart mit lustvollen Schmerzen haben willst, dann bist du bei ihr genau richtig.” Woher Mammon das nun schon wieder wusste? Nun, er hatte doch testen müssen, wie sie so ist, bevor er sie einstellte. Tja und eine Foltermeisterin musste eben gewisse Qualitäten mitbringen.

Seine Idee mit dem Thronrollstuhl blieb ohne weiteren Kommentar von Lilith und auch blieben ihre Lippen verschlossen als Mammon ihr anbot, dass Kisai ihr ein passendes Opfer brachte. Na gut, wenn sie gerade irgendwo anders mit den Gedanken war, dann konnte Mammon auch etwas Musik machen. Natürlich spielte er selbst. Er hatte das Gefühl, dass da einfach etwas aus ihm heraus will und wenn man ihn kannte und seine Lieder hörte, hatte man immer ein Gefühl dafür, in was für einer Stimmung er war, was ihn beschäftigte oder was er unbewusst versuchte zu verarbeiten. So war es nun auch bei diesem Lied. Ein Lied darüber, dass er wusste, dass sie eines Tages die Hölle und die Erde beherrschen würde. Ja, sie und damit meinte er neben sich auch noch Lilith. Es war eine indirekte Aussage, dass er sich freute, dass seine Schwester hier war, dass er froh war, dass es ihr etwas besser ging. Doch da war noch etwas viel offensichtliches. Er wollte mit ihr zusammenarbeiten, so als wusste er, dass wenn sie sich zusammentun würde, sie ein unbesiegbares Team wären. Sie beiden gegen den Rest der Welt. Sie beiden würden die Zukunft beherrschen und nach ihren beider Willen kreieren und mit Kisai an seiner Seite wäre das erst Recht ein Zuckerschlecken.
Dass selbst seine Schwester mit einstimmte, bekam Mammon nicht mit. Meist war er so vertieft in seinem Spiel und Gesang, dass er durchaus gern mal alles um sich herum vergaß bzw es alles weiter weg für ihn war.

Seine Stimme verstummte und kurz danach auch der letzte Ton, den er gespielt hatte. Für einen Moment kehrte Stille ein. Es war jedoch keine unangenehme Stille, denn es fühlte sich so an, als würden seine Worte noch im Raum hallen und diesen einnehmen. Es war schließlich Lilith, die dann das Wort ergriff und die Stille unterbrach. Mammon drehte sich zu ihr und sah sie leicht fragend an. Welche Worte genau meinte sie denn? „Dass du mich unterstützen würdest? Gegen ihn?“ Ah, das meinte Lilith. Mammon antwortete noch nicht sofort, sondern stand erst einmal auf und setzte sich in Bewegung. Wieder bei ihr und den Sitzmöglichkeiten angekommen, setzte er sich jedoch nicht hin, sondern blieb hinter seinem Sessel stehen. Seine Hände legte er oben auf die Rückenlehne und sein Oberkörper bewegte sich in ihre Richtung. Sein Blick war fest und man sah keinerlei Lächeln oder sonst irgendeine Art, die zeigen würde, dass er das nicht ernst meinte. “Mit jeder Faser meines Körpers.” Seine Stimme war fest und klang überzeugend. Ja, er meinte es ernst. Sicher… der Teufel hatte ihn nicht wie sie gefoltert, aber der Teufel hatte ihn aus der Hölle geworfen, wie einen räudigen Köter und ihm dann noch seiner Kräfte entledigt. Für Mammon war das fast schon, wie eine Folter gewesen. Es war für ihn eine Demütigung gewesen, wie ein Absturz ganz nach unten. “Hast du etwa schon eine Idee, wie wir es anstellen könnten?” Neugier war in der Frage zu hören und neugier auch in seinem Blick, während er nun um den Sessel herumging und sich schließlich wieder setzte.


RE: No Secrets Between Us - Lilith - 22.02.2026

Nein, sie hatte in der Regel weder Interesse noch Anerkennung für ihn übrig gehabt, zumindest nicht in den letzten Jahrhunderten. Seit er nicht mehr der große Bruder für sie war, der sie etwas lehren konnte, weil er so viele Dinge über die Hölle wusste. Seit sie gelernt hatte, dass Mammons Blick in den allermeisten Fällen verengt war davon, wie sehr er von sich selbst überzeugt war, und dass er wichtige Dinge an den Rändern verpasste, überhörte, weil er sich so gerne selbst reden hörte. Seit sie über ihn hinausgewachsen war… zumindest zuhause.
Aber hier – sie bewegte sich länger auf der Erde als er, arbeitete unter den Menschen, arbeitete mit ihnen (oder gegen sie, je nachdem wie man es wohl auslegen wollte), und dennoch fühlte sie sich plötzlich wieder hineinversetzt in einen Zustand, von dem sie eigentlich geglaubt hatte, ihn Ewigkeiten hinter sich zu haben. Denn auch wenn sie hier arbeitete, sich auskannte, die Verbindungen hatte zu den guten Schneidern und Mâitre d’s – sie war im tiefsten Inneren ein Höllenwesen, die Unterwelt war ihr zuhause und ihre Aufenthalte hier immer besonders eines: begrenzt. Das ging mit einer gewissen Distanz einher, die Mammon nicht hatte, nicht mehr, seitdem er nun fast schon ein Jahr lang hier lebte. Sich etwas aufgebaut hatte, diesen Ort sein eigen gemacht hatte.
Und dafür hatte sie Interesse und Anerkennung. Es war wahrscheinlich das erste Mal in Jahrzehnten, wenn nicht sogar Jahrhunderten, dass er etwas zustande gebracht hatte, das ihre Anerkennung tatsächlich verdiente. Er war gezwungen gewesen, endlich erwachsen zu werden, und es war ihm geglückt – nicht so wie Luzifer es wollte, sicherlich, nicht einmal im Entferntesten… aber er hatte sich verändert. Und mit ihm änderte sich nun wohl zwangsläufig auch ihr Bild von ihm. Wie auch immer das am Ende dann aussehen würde.

Lilith überließ ihn seiner Musik, ohne weitere Diskussionen und Einwände. Hauptsächlich deswegen, weil es ihr zunehmend schwerer fiel, die Fäden dieser Unterhaltung alle in den Händen zu halten und die Gedanken dazu irgendwie sinnig sortiert. Offensichtlich der Preis dessen, dass die Schärfe des Schmerzes, den sie fühlte, abgenommen hatte – die Wirkung der Pillen, die er ihr gegeben hatte. 
Es waren nicht so viele, wie Mammon vermutlich empfohlen hätte, das war ihr nach seinem Blick direkt klar geworden. Aber die Menge an Blut, die sie letzte Nacht verloren hatte, war nicht unerheblich gewesen; die Menge an Alkohol, die sie beiden in der letzten Stunde konsumiert hatten auch nicht. Und dieser neue, sterbliche Körper… sie musste ihn erst noch kennenlernen. Was sie aber jetzt direkt spürte, war die Bestätigung dessen, dass sie gestern jegliche Medikamente strikt abgelehnt hatte, bevor Mammon aufgetaucht war. Die Kontrolle über ihren Geist schien ihr von Minute zu Minute ein wenig mehr zu entgleiten; das in Kombination damit, dass sie körperlich so angeschlagen war, wäre – allein in Obhut von Wolfram & Hart – kein erstrebenswerter Zustand für sie gewesen.

Plötzlich war Mammon wieder da. Hatte er nicht eben noch am Flügel gesessen? Jetzt stand er hinter seinem Sessel und lehnte sich zu ihr hinüber, mit einer klaren Vehemenz erklärend, dass er auf ihrer Seite war ‚mit jeder Faser seines Körpers‘. Lilith stellte fest, dass die Überzeugung in seiner Stimme, die definitive Finalität, mit der er die Worte aussprach, irgendetwas tat mit ihr. Allerdings war sie inzwischen noch weiter davon entfernt, ihre Gefühlsregungen deuten zu können, als das noch vor zehn Minuten der Fall gewesen war. 
Aber das war definitiv kein negativer Zustand.
„Sehr gut“, entgegnete sie, ebenso sicher und eben, während er sich wieder setzte.
“Hast du etwa schon eine Idee, wie wir es anstellen könnten?”
Hatte sie? Wenn die Umstände ein wenig anders gewesen wären, sicherlich. Aber in dieser Sekunde, auf gutem Weg, sowohl betrunken als auch high zu werden… natürlich hatte sie Ansätze von Gedanken gehabt, aber auch die waren ihr aktuell… abhanden gekommen.
„Zuerst brauche ich meinen Körper zurück“, beantwortete sie dennoch seine Frage, wenn auch ein wenig in eine andere Richtung gehend. „Danach brauche ich eine Dosis ausufernde Unterhaltung, über deren Natur ich noch entscheiden werde – gegebenenfalls komme ich auf das Angebot zu Kisais Unterstützung zurück.“ Wobei, wenn sie wieder auf den Beinen war, dann wäre es wahrscheinlich das größere Vergnügen, ihr Opfer selbst auszuwählen. Oder ihren Spielgefährten, je nachdem wonach ihr dann war.
„Und dann können wir uns mit den Details beschäftigen“, endete sie schließlich. Mammon würde es sicher verstehen, das Bedürfnis, ihren Körper zunächst… auszutesten, die angestaute Energie und den Frust loszuwerden, um ihren Geist zu entspannen, bevor sie sich an die strategische Planung ihrer Rache machte.
„Aber ich werde ihn vernichten dafür, was er mir angetan hat. Ich hoffe das ist dir klar? Das ist es, worüber wir sprechen.“ Nicht, dass sie tatsächlich anzweifelte, dass diese Aussage ihren Bruder zu einem Rückzieher bewegen würde. Er hatte ebenso wenig Zuneigung übrig für ihren Erzeuger wie sie das hatte.
„Und bis dahin…“ Sie griff erneut nach ihrem Glas, trank einen Schluck und stellte es dann zurück auf den Tisch. „Erzähl mir mehr über deinen Sex-Katalog. Wer sind deine Favoriten? Ich weiß, dass du welche hast.“ 
Wahrscheinlich hatte er sogar irgendwo eine tatsächliche, physische Liste – überraschen würde es sie nicht. Und an Kisais präferierten Partnern war sie auch interessiert; der Ifrit hatte häufig ein besseres Händchen dafür, besonders gute Männer auszuwählen. Womöglich sollte sie ihn bei Gelegenheit ebenfalls fragen.


RE: No Secrets Between Us - Mammon - 23.02.2026

Lucifer sollte Fallen und dann würde es nicht mehr ‘hoch lebe Lucifer’ heißen, sondern ‘hoch lebe die Erben des Teufels’. Okay, er würde sich noch einen besseren Namen einfallen lassen. Erben des Teufels… tse… da würde man ja ihren Dad immer noch erwähnen und das war genau, was Mammon nicht wollte. Wie wäre es mit…Höllenherrscher? Nein… oh jetzt hatte er die Idee. Die Götter des Infernos! Oh ja, das klang machtvoll! Das war genau sein Stil! Sollte er… doch seine Gedanken wurden dann unterbrochen, als Lilith nun auf seine Frage einging, ob sie schon einen Plan hatte. Sie erklärte, dass sie als erstes ihren Körper zurück haben wollte und danach sich austoben wollte und dabei gegebenenfalls auf sein Angebot zurückkam, dass Kisai ihr ein Opfer besorgte. Mammon nickte nur, auch wenn er irgendwie das Gefühl hatte, dass sie vermutlich selbst ihr Opfer auswählen wollen würde. Er kannte Lilith und eigentlich war sie jemand, der gern selbst bestimmte, wen sie sich für ihre Unterhaltung aussuchte. Konnte sie, damit hatte Mammon absolut kein Problem. Er hatte es ja nur vorgeschlagen, falls sie selbst weiterhin nicht in der Lage dazu wäre aufzustehen, um selbst nach einem passenden Spielzeug Ausschau zu halten.

Tja und dann… dann würde es zu den Details gehen, wie sie den Teufel vom Thron stürzen könnten. Gut, Mammon war nicht gerade für seine Geduld bekannt, aber er wusste auch, dass dieses Vorhaben etwas Besonderes war. Etwas, was man vermutlich nur einmal versuchen konnte. Sie würden nur einmal die Chance bekommen den Teufel zu stürzen. Danach würde es schier unmöglich werden. Somit musste sich Mammon zusammenreißen, denn für dieses Vorhaben brauchten sie Lilith so gut es ging wieder fit. In ihrem jetzigen Zustand würde es nur den Tod von ihnen beiden bedeuten. Nicht, dass er nicht stark genug war, aber sie sprachen hier vom Teufel, dem Herrscher der Unterwelt, wohl dem ersten gefallenen Engel überhaupt! Da war es besser, wenn man sich mit jemandem ebenso Mächtigen zusammenschloss.
„Aber ich werde ihn vernichten dafür, was er mir angetan hat. Ich hoffe das ist dir klar? Das ist es, worüber wir sprechen.“ Irritiert zog er die Augenbrauen zusammen und sah sie auch genauso an. “Ach wirklich? Und ich dachte, dass wir ihn lediglich so lange kitzeln bis er uns anfleht, dass wir ihn frei lassen.” Natürlich war das ein Scherz. ABer hatte Lilith wirklich gedacht, dass Mammon dachte, dass sie nicht bis zum Äußersten gehen würden? “Ich will ihn fallen sehen. Ich will sein Gesicht sehen, wenn er weiß, dass er verloren hat und sein Ende nah ist.” Seine Stimme klang dabei erneut dunkel und entschlossen. Ja, er hatte nicht den physischen Schmerz, wie Lilith erlebt, aber sein Schmerz war von psychischer Natur gewesen. Hätte er jetzt sein Glas in der Hand gehabt, wäre dies nun durch seine Kraft zersprungen, so stark hätte er das Glas in seiner Hand zerdrückt. Doch zum Glück musste nicht das Glas dran glauben, dafür sah man aber, wie seine Finger sich fast schon in den Sessel krallten, so als müsse er seine aufkommende Wut auf den Teufel etwas rauslassen. Mammon konnte sich aber gerade noch so zügeln, dass sein Sessel keinen bleibenden Schaden davon tragen würde.

„Und bis dahin…Erzähl mir mehr über deinen Sex-Katalog. Wer sind deine Favoriten? Ich weiß, dass du welche hast.“ Sex-Katalog! Oh, das war doch etwas in seinen Ohren, was ihn wieder positiv stimmte. Das war eindeutig etwas, was ihn wieder heiter stimmte und so lockerte sich sofort sein Griff auf den Armlehnen und Mammon lehnte sich entspannt zurück. Seine Hände bewegten sich dabei zueinander, sodass er die Finger ineinander verschränkte und entspannt auf seinem Schoß ruhen ließ. In seinem Gesicht machte sich ein breites Grinsen sichtbar. “Ich habe nicht umsonst gefragt, was dir so im Sinn schwebt.” Meinte er und machte nun eine Handbewegung als würde die eine Hand eine Art Schale sein, wo man etwas hineinlegen konnte. “Wenn dir der Sinn nach einem Frauendreier steht, dann kann ich dir meine beiden Brittanys empfehlen.” Sprach er und hob danach seine andere Hand, ebenfalls in dieser Gestik, wie die andere Hand schon war. “Oder steht du eher auf gepflegte Schmerzen, dann kann ich dir meine Foltermeisterin ans Herz legen.” Jetzt sah es schon fast so aus, als wären seine Hände eine Art Waage wären, die er nun absenkte oder steigen ließ. “Oder spielst du gern mit dem Feuer, dann kann ich dir auch die Nummer der Feuertänzerinnen und Feuertänzer geben, die hier ab und zu mal auftreten.” Ehrlicherweise könnte er ewig so weitermachen. “Weißt du was?” Er stand dann doch wieder auf, ging zu einem Schrank, öffnete dabei eine Tür und suchte einen Moment nach dem richtigen Ordner. Diesen zog er heraus und ging wieder zurück zu seinem Sessel. Den Ordner hielt er in ihre Richtung. “Wirf einfach hier einen Blick rein. Ich hab sie nach Vorlieben und Geschlecht sortiert. Ok, bei manchen bin ich mir gar nicht sicher, welchem Geschlecht sie angehören, aber der Sex war zumindest gut.” In dem Ordner würde Lilith so einige Namen mit Bemerkungen finden. Auch der Name von Xia, der Sirene, würde dort zu finden sein. Sie war ein hübsches Ding und der Sex war auch nicht übel gewesen. Kisai brauchte er hier nicht erwähnen. Lilith kannte den Ifrit schließlich ganz gut.


RE: No Secrets Between Us - Lilith - 06.03.2026

Lilith fühlte sich nicht in der Lage, irgendwelche größenwahnsinnigen Pläne zu spinnen, nicht jetzt. Einerseits wegen ihrer Verletzungen – auch wenn die Schmerzen mehr und mehr in den Hintergrund traten – aber andererseits auch wegen der Auswirkungen der Pillen, die er ihr gegeben hatte. Ihre Wahrnehmung war viel weicher als vorher, alles war irgendwie sanfter und langsamer und das war nicht unangenehm, aber eben auch nicht ihr präferierter Modus, um sich einen großen, komplexen Plan auszudenken. Sie konnte ihre Gedanken nicht einmal richtig greifen und lange genug festhalten, um sie komplett zu verstehen… wie sollte sie in diesem Zustand das Ende von Luzifers Herrschaft zurechtlegen? Und genau so würde es aussehen, die Ideen und Ansätze würden von ihr kommen müssen. Ihr Bruder war vieles, aber ein Planer und Stratege war er nicht.
Aber eine große Klappe hatte er, und er zog zu gerne Dinge ins Lächerliche.
“Ach wirklich? Und ich dachte, dass wir ihn lediglich so lange kitzeln bis er uns anfleht, dass wir ihn frei lassen."
„Das ist eine nicht zu verachtende Foltermethode, wenn man sie korrekt anwendet. Dagegen hätte ich nichts einzuwenden“, erwiderte sie nüchtern, erneut nach ihrem Glas greifend. Hatte er das noch einmal aufgefüllt? Oder war sie es gewesen? Langsam aber sicher verlor Lilith den Überblick, wie viel sie schon getrunken hatten.
Sie nahm noch einen Schluck, während Mammon – nun in deutlich ernsterem Tonfall als noch kurz zuvor – erklärte, wie definitiv auch seine Absichten in Bezug auf ihren Vater waren.
„Gut.“ Genau diese Haltung würde nötig sein, um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Nicht mehr und nicht weniger. Selbst in ihrem benebelten Kopf war Lilith sich der Wahnwitzigkeit deutlich bewusst – aber wenn sie einen Entschluss gefasst hatte, dann zog sie ihn durch. Mammon war nur schon immer derjenige unter ihnen beiden gewesen, der mehr verhätschelt und mit Samthandschuhen angefasst worden war, aufgrund seiner halbmenschlichen Natur. Und bis vor kurzem war er auch der einzige, der Gefühle hatte – sie wollte nur sichergehen, dass in dieser Hinsicht nicht etwas unausgesprochen blieb zwischen ihnen, und er im entscheidenden Moment doch noch sentimental wurde.
Er schien jedoch ausreichend entschlossen, und seine Reaktion stellte sie zufrieden. Offenbar trug er die Auswirkungen seines Rauswurfs aus der Hölle doch noch mehr mit sich herum, als er es sich anmerken ließ.
Lilith spürte vage die Auswirkungen seiner Wut, die zu ihr hinüber schwappten. Auch die nahm sie nur gedimmt wahr, stumpfer und weniger feinteilig, als das sonst der Fall war. Interessant… sie konnte also tatsächlich all ihre Sinne betäuben, wenn sie wollte. Es erforderte nur die richtige – und eine hohe – Dosis des entsprechenden Mittels.
Mammons Wut zu spüren, wenn auch nur in geringem Ausmaß, war eine weitere Bestätigung dafür, dass er sie nicht verarschte. Es mochten ungewöhnliche Vorkommnisse gewesen sein, die sie jetzt zum ersten Mal seit Jahrhunderten zusammengeschweißt hatten… aber sie standen auf einer Seite.
Sie hob Zeige- und Mittelfinger ihrer rechten Hand und kühlte seine Wut ein wenig runter. Seltsamerweise hatte sie plötzlich kein sonderlich großes Interesse mehr daran, ihn ohne Sinn und Zweck aufgeregt und in Unbehagen zu sehen.

Gepaart damit stimmte ihn ihre Frage nach seinen bevorzugten Sexualpartnern offenbar zusätzlich milde. Das war zu erwarten gewesen, immerhin war Sex eines seiner liebsten Gesprächsthemen und Mammon war generell niemand, der neue Erfahrungen ablehnte oder mit Informationen geizte. Er teilte direkt ein paar der von ihr angefragten Empfehlungen, und Lilith hörte interessiert zu.
„Das mit den Feuertänzern klingt spannend. Wie viele davon hast du? Dämonisch oder menschlich?“ Aber da stand er auch schon auf, ging zu einem der Wohnzimmerschränke und kam mit einem Aktenordner zurück. Einem kompletten Aktenordner, den er ihr reichte. Lilith setzte sich ein klein wenig auf, während Mammon ihr die nötige Erklärung lieferte.
Ihre Frage nach seinem Katalog war hauptsächlich ironisch gewesen, eine Einladung zum Gespräch. Niemals hätte sie damit gerechnet, dass er tatsächlich etwas Physisches aus dem Schrank zog. Aber wer würde so etwas anlegen, wenn nicht Mammon?
Sie öffnete den Ordner und blätterte ein wenig darin herum, begleitet von seinen Erläuterungen.
„Du hast tatsächlich einen Katalog.“ Namen, Arten, Bilder, Telefonnummern. Hier und da fand sie auch Hinweise und Notizen, die er hinzugefügt hatte. Es war von vorne bis hinten durchstrukturiert und sortiert, sodass man in kürzester Zeit finden konnte, was man suchte. Sie hatte selten gesehen, dass er in etwas so viel Mühe investierte, ohne vorher die Geduld zu verlieren.
„Beeindruckend“, kommentierte sie, amüsiert schmunzelnd. Wie sagte man noch so schön? Man musste nur seine Leidenschaft finden, und dann gelang die Arbeit ganz von selbst? Das war offenbar bei Mammon der Fall gewesen.
„Die Fixierung auf Binärität in Bezug auf Geschlechter, die die Menschen so vehement pflegen, habe ich noch nie wirklich verstanden“, entgegnete sie auf seinen nachgelagerten Hinweis, dass möglicherweise nicht jede Zurordnung zuverlässig oder korrekt war. Welche Rolle spielte das auch, im Großen und Ganzen?


RE: No Secrets Between Us - Mammon - 08.03.2026

Ja, Mammon musste anerkennen, dass Lilith die Strategin war. Das war für den Teufelssohn auch kein Problem. Er hatte dafür andere Qualitäten um an seine Ziele zu kommen. Es war schließlich nicht entscheidend, wie man an seine Ziele kam, sondern nur das man an diese kam. Jeder hatte dabei andere Methoden. Zweifelsohne waren manche in gewissen Situationen besser geeignet als andere. Doch für Mammon zählte nur, dass er sie erreichte. Was jedoch das Planen anging… nun das konnte er durchaus auch. Meist war es eher seiner Ungeduld geschuldet, dass diese Pläne nicht ganz so verliefen, wie gedacht. Aber im Grunde fand er auch dies gar nicht so tragisch, wenn er am Ende das bekam, was er wollte. Wäre er nicht der Teufelssohn, sondern jemand unbedeutend und schwächeres, dann hätte er durchaus seine Probleme mit seinen Methode. Aber darüber dachte er nicht nach, wieso auch? Er war Mammon! Prinz der Hölle und verdammt mächtig!
Dass sie hier nicht sofort ein Brainstorming veranstalten würden, wie sie den Teufel stürzen würden, war auch durchaus Mammon bewusst. Aber wie gesagt, er war nicht gerade für seine Geduld bekannt und so war es nicht verwunderlich, dass er sie schon gefragt hatte, ob sie schon Ideen hatte. Dabei war auch ihm klar, dass Lilith nicht gerade in der Lage dazu war. Ihr Kopf war sicher noch benebelt von all den Schmerzen und Ereignissen, die passiert waren, dann hatte sie auch noch ihre Gnade verloren und nun war es sicher auch schon soweit, dass der Pillencocktail anfing zu wirken. Ein wenig beneidete er sie, dass sie nun in den Genuss der Auswirkungen von den Pillen hatte. Andererseits hätte er es ihr ja nachmachen können, aber er hatte sich bewusst dagegen entschieden. Ja, in dieser Situation hatte seine Vernunft gewonnen. Er wollte klar im Kopf sein, falls doch irgendso ein Hand-Wurst es wagen würde hier aufzutauchen und Unruhe zu stiften.

Aber zurück zur Idee den Teufel zu stürzen. Lilith hatte anscheinend kurz Zweifel, dass Mammon nicht bereit war den Teufel auszulöschen oder wollte sie einfach nur sicher gehen, dass sie beide das gleiche meinten? Das waren sie zweifelsohne, auch wenn Mammon sich zuerst nicht verkneifen konnte es kurz ins lächerliche zu ziehen. „Das ist eine nicht zu verachtende Foltermethode, wenn man sie korrekt anwendet. Dagegen hätte ich nichts einzuwenden“ Dass das eine durchaus effektive Foltermethode war, wusste Mammon natürlich, aber bei Teufel? Oh nein, da mussten andere Geschütze aufgefahren werden. “Das weiß ich selbst. Das war dennoch als Scherz gemeint.” Das hatte Lilith doch sicher gewusst, oder? Oder wirken die Pillen doch noch nicht im vollen Ausmaß? Also gut, dann musste Mammon es eben deutlich sagen. Doch es waren nicht nur seine Worte, die zeigten, wie ernst es Mammon war, sondern sein ganzer Körper strahlte diese Wut aus. Das, was ihm angetan wurde, hatte Mammon nicht vergessen. Oh nein, er hatte immer noch damit durchaus zu kämpfen gehabt. Ja, man sah es ihm nicht mehr so an, aber tief im Inneren machte es ihm immer noch zu schaffen. Luzifer sollte dafür bezahlen und wenn jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war dies anzugehen und dann noch gemeinsam mit seiner Schwester, wann dann? Sie beide, die Nachkommen Luzifers, waren sicher stark genug diese wahnsinnige Idee in die Tat umzusetzen und sogar erfolgreich zu sein.

Es war schwer zu sagen, ob es an Lilith Handlung lag, dass seine Wut nun verschwand oder am Themenwechsel oder ob gar die Mischung aus beiden der Grund war. Fakt war, dass seine Wut fürs Erste verschwunden war. Sex… oh Sex war ein so wunderbares Thema um gleich wieder bessere Laune zu haben. Ok, Sex zu haben war noch besser, aber wie gesagt, er würde nie, aber wirklich niemals mit seiner Schwester Sex haben. Schon der Gedanke allein war ja so absurd und abturnend. Zum Glück dachte Mammon erst gar nicht daran, sondern fing sofort an zu erzählen. Lilith schien an den Feuertänzern interessiert zu sein. Tja… lag wohl an dem Wort Feuer, denn auch Mammon hatte sich diesen Spaß gegönnt und Kisai… wie dem auch sei. Mammons Grinsen auf den Lippen blieb erhalten. “Es ist eine Gruppe so um die 15 Personen, sowohl menschlicher als auch dämonischer Natur. Du hättest also freie Auswahl.” Er selbst hatte Tage, wo er einem Menschen einen Dämon vorzog und dann gab es wiederum Tage, wo er sich eher mit Dämonen vergnügte. Eben ganz danach auf welche Art Sex er gerade Lust hatte.


Aber was war noch anschaulicher als seine Worte? Genau, sein Sex-Katalog. Oh ja, natürlich hatte Mammon solch einen Katalog. Sein Gedächtnis war zwar durchaus gut, aber soviel konnte sich selbst der Teufelssohn nicht mehr merken, weshalb er nun eben diesen Katalog angelegt hatte. So hatte er aus dem Schrank diesen geholt und schließlich Lilith überreicht. Für viele wäre das sicher verstörend, aber die hatten ja keine Ahnung, wie es in der Hölle abgehen konnte. Generell hatten die Wesen, die nur diese Welt hier kannten, keine Ahnung, wie seicht diese war. Diese Welt konnte man wohl eher als Vorspiel vom Vorspiel nennen. Was die Leute hier als schrecklich empfanden, war für Höllenwesen vielleicht eine unterhaltsame leichte Kost.
„Du hast tatsächlich einen Katalog.“ Es klang so als wäre sie überrascht und hörte er da auch ein klein bisschen heraus, dass sie das beeindruckte? Vielleicht war es auch nur eine Einbildung, aber das war ihm gerade nicht wichtig. “Natürlich! Ich will doch nicht ausversehen ein zweites Mal Sex mit jemanden haben, der nicht gut war.” Also wirklich! Da müsste Lilith ihn doch besser kennen. Okay, sie tat es auch. Kaum jemand, bis vielleicht auf Kisai, kannte ihn so gut, wie Lilith. War es nicht manchmal sogar so, dass sie ihn besser kannte als er sich selbst? Das lag aber nur an ihrer Fähigkeit seine Emotionen lesen zu können. Selbst die, die Mammon eher unbewusst zeigte. Doch lieber sprach er weiter über diesen Katalog als nun das gedanklich auszubreiten. “Genauso wenig verstehe ich, wie man in Monogamie leben kann. Es macht doch viel mehr Spaß sich da auszuleben.” Meinte er. “Du kannst es erstmal behalten. Vielleicht hebt das ein wenig deine Laune bis du wieder fitter bist.” Wieso in Dads Namen war ihm das so wichtig, dass sie sich besser fühlte? Das war doch früher nie ein Thema gewesen. Da war jeder sich selbst am nächsten. Also… was kümmerte ihn das nur? ETwas, was Mammon noch immer nicht verstand, aber durchaus verstehen wollte.


RE: No Secrets Between Us - Lilith - 09.03.2026

Oh ja, sie war interessiert an den Feuertänzern. Was gab es daran auch nicht zu mögen? Feuershows waren in der Regel sehr unterhaltsam, weil sie mit Adrenalin und Gefahr spielten. Dem permanenten Risiko, sich zu verletzen – auch wenn das nicht bei allen Dämonen gleichermaßen riskant war. Dennoch, meist verstanden sie ihr Handwerk, und professionelle Tänzer… nun, die waren normalerweise nicht nur nett anzusehen, sondern auch sehr… beweglich. Und ausdauernd.
Inzwischen den Aktenordner in ihrem Schoß, blätterte Lilith zur entsprechenden Seite, während Mammon ihr die Details lieferte. Mit dem Zeigefinger fuhr sie die Seite entlang, über die Fotos der Tänzerinnen und Tänzer, überflog seine Notizen und Kommentare. Manche beinhalteten ein Ranking, andere Hinweise zu Vorlieben, wie er angekündigt hatte. Es war auf absurde Art so detailliert, dass Lilith amüsiert den Kopf schüttelte.
Sie konnte allerdings auch nicht leugnen, wie hilfreich eine derartige Katalogisierung tatsächlich war. Und Mammon hatte Recht damit – wie sonst sollte er sich Gesichter merken, wenn nicht so?
“Natürlich! Ich will doch nicht ausversehen ein zweites Mal Sex mit jemanden haben, der nicht gut war.”
Auf diesen Satz hin blätterte sie nach hinten, ans Ende des Ordners, und fand tatsächlich eine Art Blacklist dort vor. Nun musste sie tatsächlich lachen – vielmehr aber aufgrund der inhärenten Logik, die die ganze Sache hatte, und dass das System überraschend durchdacht und sinnig war.
„Guter Punkt, dagegen kann ich nichts sagen“, antwortete sie anerkennend. Womöglich lag es daran, dass sie high und betrunken war, aber kurzzeitig fragte sie sich, wieso sie sich überhaupt jemals die Mühe gemacht hatte, politische Beziehungen zu den Senior Partnern aufzubauen, sich den Respekt der Tah-Lik-Legionen zu verschaffen und immer neue Schlupflöcher in Verträgen zu verstecken, um Menschen ihre Seelen abzunehmen, wenn sie auch… ihre Sex-Partner, mit Bildern und Anmerkungen in Kategorien eingeteilt, hätte tracken können.
„Wie oft treten die Feuertänzer hier auf? Oder besser – wann kommen sie das nächste Mal?“
Sie blätterte wieder nach vorn, in der Absicht zurück zur entsprechenden Seite zu kommen, blieb aber zwischendurch woanders hängen.
„Inkubus, offensichtlich. Kein Mensch ist so attraktiv“, kommentierte sie eines der Bilder und die Notiz darunter. Ob es wohl eine Auswirkung auf Mammon hatte, wenn Dämonen sexuell orientierte Fähigkeiten hatten? Aktuell war er ihr einziger Anhaltspunkt dazu, wie sich wohl ihr eigener Körper verhalten würde, so ohne Gnade. Nicht, dass es eine Garantie gab, dass sie sich ähneln würden, aber… kein anderes Wesen existierte, das auch nur im Entferntesten ähnliche Voraussetzungen, geschweige denn eine ähnliche Geschichte hatte. Gefallene Engel wurden in der Regel nicht geboren, sondern verstoßen. Sie und Mammon waren Sonderfälle. Unvorhergesehene Launen der Natur, wenn man so wollte.
Er sprach währenddessen von Monogamie, oder vielmehr seinem Unverständnis dafür, und auch wenn Lilith nicht mehr so ganz folgen konnte, woher er den Gedanken hatte, gestikulierte sie mit ihrem Glas vage in seine Richtung.
„Dazu hab ich eine Theorie…“ Aber bevor sie dazu kam, den Gedanken sortiert zu Ende zu bringen und zu äußern, war er irgendwie auch schon wieder weg. Ersetzt von einem weiteren, der durch eines der Bilder auf ihrer aktuellen Seite entstanden war.
„Sirene. Hey, macht ihr Gift dich high? Abhängig wohl eher nicht, dazu sind sie zu niederrangig, würde ich wetten. Aber eine entsprechend hohe Dosis Oxytocin… wenn du es spüren kannst, stell ich mir das angenehm vor.“