08.03.2026, 12:27
No Secrets Between Us
Ja, Mammon musste anerkennen, dass Lilith die Strategin war. Das war für den Teufelssohn auch kein Problem. Er hatte dafür andere Qualitäten um an seine Ziele zu kommen. Es war schließlich nicht entscheidend, wie man an seine Ziele kam, sondern nur das man an diese kam. Jeder hatte dabei andere Methoden. Zweifelsohne waren manche in gewissen Situationen besser geeignet als andere. Doch für Mammon zählte nur, dass er sie erreichte. Was jedoch das Planen anging… nun das konnte er durchaus auch. Meist war es eher seiner Ungeduld geschuldet, dass diese Pläne nicht ganz so verliefen, wie gedacht. Aber im Grunde fand er auch dies gar nicht so tragisch, wenn er am Ende das bekam, was er wollte. Wäre er nicht der Teufelssohn, sondern jemand unbedeutend und schwächeres, dann hätte er durchaus seine Probleme mit seinen Methode. Aber darüber dachte er nicht nach, wieso auch? Er war Mammon! Prinz der Hölle und verdammt mächtig!
Dass sie hier nicht sofort ein Brainstorming veranstalten würden, wie sie den Teufel stürzen würden, war auch durchaus Mammon bewusst. Aber wie gesagt, er war nicht gerade für seine Geduld bekannt und so war es nicht verwunderlich, dass er sie schon gefragt hatte, ob sie schon Ideen hatte. Dabei war auch ihm klar, dass Lilith nicht gerade in der Lage dazu war. Ihr Kopf war sicher noch benebelt von all den Schmerzen und Ereignissen, die passiert waren, dann hatte sie auch noch ihre Gnade verloren und nun war es sicher auch schon soweit, dass der Pillencocktail anfing zu wirken. Ein wenig beneidete er sie, dass sie nun in den Genuss der Auswirkungen von den Pillen hatte. Andererseits hätte er es ihr ja nachmachen können, aber er hatte sich bewusst dagegen entschieden. Ja, in dieser Situation hatte seine Vernunft gewonnen. Er wollte klar im Kopf sein, falls doch irgendso ein Hand-Wurst es wagen würde hier aufzutauchen und Unruhe zu stiften.
Aber zurück zur Idee den Teufel zu stürzen. Lilith hatte anscheinend kurz Zweifel, dass Mammon nicht bereit war den Teufel auszulöschen oder wollte sie einfach nur sicher gehen, dass sie beide das gleiche meinten? Das waren sie zweifelsohne, auch wenn Mammon sich zuerst nicht verkneifen konnte es kurz ins lächerliche zu ziehen. „Das ist eine nicht zu verachtende Foltermethode, wenn man sie korrekt anwendet. Dagegen hätte ich nichts einzuwenden“ Dass das eine durchaus effektive Foltermethode war, wusste Mammon natürlich, aber bei Teufel? Oh nein, da mussten andere Geschütze aufgefahren werden. “Das weiß ich selbst. Das war dennoch als Scherz gemeint.” Das hatte Lilith doch sicher gewusst, oder? Oder wirken die Pillen doch noch nicht im vollen Ausmaß? Also gut, dann musste Mammon es eben deutlich sagen. Doch es waren nicht nur seine Worte, die zeigten, wie ernst es Mammon war, sondern sein ganzer Körper strahlte diese Wut aus. Das, was ihm angetan wurde, hatte Mammon nicht vergessen. Oh nein, er hatte immer noch damit durchaus zu kämpfen gehabt. Ja, man sah es ihm nicht mehr so an, aber tief im Inneren machte es ihm immer noch zu schaffen. Luzifer sollte dafür bezahlen und wenn jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war dies anzugehen und dann noch gemeinsam mit seiner Schwester, wann dann? Sie beide, die Nachkommen Luzifers, waren sicher stark genug diese wahnsinnige Idee in die Tat umzusetzen und sogar erfolgreich zu sein.
Es war schwer zu sagen, ob es an Lilith Handlung lag, dass seine Wut nun verschwand oder am Themenwechsel oder ob gar die Mischung aus beiden der Grund war. Fakt war, dass seine Wut fürs Erste verschwunden war. Sex… oh Sex war ein so wunderbares Thema um gleich wieder bessere Laune zu haben. Ok, Sex zu haben war noch besser, aber wie gesagt, er würde nie, aber wirklich niemals mit seiner Schwester Sex haben. Schon der Gedanke allein war ja so absurd und abturnend. Zum Glück dachte Mammon erst gar nicht daran, sondern fing sofort an zu erzählen. Lilith schien an den Feuertänzern interessiert zu sein. Tja… lag wohl an dem Wort Feuer, denn auch Mammon hatte sich diesen Spaß gegönnt und Kisai… wie dem auch sei. Mammons Grinsen auf den Lippen blieb erhalten. “Es ist eine Gruppe so um die 15 Personen, sowohl menschlicher als auch dämonischer Natur. Du hättest also freie Auswahl.” Er selbst hatte Tage, wo er einem Menschen einen Dämon vorzog und dann gab es wiederum Tage, wo er sich eher mit Dämonen vergnügte. Eben ganz danach auf welche Art Sex er gerade Lust hatte.
Aber was war noch anschaulicher als seine Worte? Genau, sein Sex-Katalog. Oh ja, natürlich hatte Mammon solch einen Katalog. Sein Gedächtnis war zwar durchaus gut, aber soviel konnte sich selbst der Teufelssohn nicht mehr merken, weshalb er nun eben diesen Katalog angelegt hatte. So hatte er aus dem Schrank diesen geholt und schließlich Lilith überreicht. Für viele wäre das sicher verstörend, aber die hatten ja keine Ahnung, wie es in der Hölle abgehen konnte. Generell hatten die Wesen, die nur diese Welt hier kannten, keine Ahnung, wie seicht diese war. Diese Welt konnte man wohl eher als Vorspiel vom Vorspiel nennen. Was die Leute hier als schrecklich empfanden, war für Höllenwesen vielleicht eine unterhaltsame leichte Kost.
„Du hast tatsächlich einen Katalog.“ Es klang so als wäre sie überrascht und hörte er da auch ein klein bisschen heraus, dass sie das beeindruckte? Vielleicht war es auch nur eine Einbildung, aber das war ihm gerade nicht wichtig. “Natürlich! Ich will doch nicht ausversehen ein zweites Mal Sex mit jemanden haben, der nicht gut war.” Also wirklich! Da müsste Lilith ihn doch besser kennen. Okay, sie tat es auch. Kaum jemand, bis vielleicht auf Kisai, kannte ihn so gut, wie Lilith. War es nicht manchmal sogar so, dass sie ihn besser kannte als er sich selbst? Das lag aber nur an ihrer Fähigkeit seine Emotionen lesen zu können. Selbst die, die Mammon eher unbewusst zeigte. Doch lieber sprach er weiter über diesen Katalog als nun das gedanklich auszubreiten. “Genauso wenig verstehe ich, wie man in Monogamie leben kann. Es macht doch viel mehr Spaß sich da auszuleben.” Meinte er. “Du kannst es erstmal behalten. Vielleicht hebt das ein wenig deine Laune bis du wieder fitter bist.” Wieso in Dads Namen war ihm das so wichtig, dass sie sich besser fühlte? Das war doch früher nie ein Thema gewesen. Da war jeder sich selbst am nächsten. Also… was kümmerte ihn das nur? ETwas, was Mammon noch immer nicht verstand, aber durchaus verstehen wollte.

