11.03.2026, 19:57
Excuse me, who were you again?
Luana hörte sich seine Antwort an und ehrlich gesagt wunderte sie sich kein bisschen darüber, wie er reagierte, weil Typen wie er eben so funktionierten und sie das Spiel schon oft genug gesehen hatte. Als er meinte, sie hätte doch selbst gefragt, was ihn gefährlich machte, zuckte sie nur leicht mit den Schultern und nahm noch einen Schluck von ihrem Drink. „Ja, hab ich gefragt“, meinte sie dann ruhig, „aber nur weil man fragt, heißt das nicht automatisch, dass man beeindruckt sein muss von der Antwort.“ In ihrem Kopf war das alles ziemlich simpel, denn sie hatte über die Jahre gelernt, dass viele Wesen Macht hatten, aber nur wenige wirklich interessant waren. Allerdings war ihr auch nicht bewusst, wem genau sie da gegenüber stand. Als er dann meinte, er wäre genau hier, auch ohne Fähigkeiten, ließ sie das einfach so stehen, weil sie keine Lust hatte, daraus eine Grundsatzdiskussion zu machen. „Wenn du das sagst“, antwortete sie nur locker, „ich kenn genug Leute, die ohne ihre Kräfte ziemlich schnell merken, wie wenig übrig bleibt. Ohne Kräfte würden dich hier viele Leute gar nicht für voll nehmen". Kraft und Macht bedeutete oft Respekt und meist auch Respekt, den man sich nicht schwer verdienen musste. "Du bist hier leider nur so eine große Nummer, weil hier alle wissen, was du kannst"
Seine Reaktion auf das Thema Kontrolle brachte sie allerdings dazu, kurz zu schnauben, weil er offenbar wirklich nicht verstand, was sie meinte. „Du findest das idiotisch, ich find es überlebenswichtig“, sagte sie dann ruhig. Sie wurde etwas ernster „Du bist vielleicht dein ganzes Leben lang oben gewesen und musstest nie lernen, dich zusammenzureißen, aber ich hab genug Zeit damit verbracht, in Räumen zu sitzen, wo andere entschieden haben, wann ich schreie, wann ich schweige und wann ich überhaupt existieren darf.“ Sie ging nicht weiter ins Detail, weil das hier weder der Ort noch der Gesprächspartner dafür war, aber für sie war das Ganze ziemlich klar. „Wenn du einmal gelernt hast, dass Kontrolle das Einzige ist, was dir niemand nehmen kann, dann gibst du sie nicht freiwillig wieder ab, egal wie viele Möglichkeiten es gibt.“ Etwas Melancholie schwang in ihrer Stimme mit, aber sie wollte sich davon nicht runter ziehen lassen. Das der Gedanke an Spike sie oftmals einfach mental mehr als nur gerettet hatte, würde sie ohnehin niemanden erzählen. Mammon würde es nicht verstehen.
Als er dann über Freundinnen und Gefühle sprach und sich dabei so sicher war, dass er über solchen Dingen stand, musste sie kurz lachen, nicht laut, eher so, als würde sie sich selbst bestätigen. „Das sagen viele“, meinte sie dann und sah ihn ruhig an, „und manchmal stimmt es sogar, aber meistens kommt irgendwann der Punkt, wo jemand auftaucht und plötzlich sieht die Sache ganz anders aus.“ Sie ließ den Blick kurz durch den Club wandern und dachte dabei daran, wie viele Leute hier gerade glaubten, sie hätten alles unter Kontrolle. „Und was dein großes Geheimnis angeht“, fügte sie schließlich hinzu, „Prinz der Hölle, Sohn vom Teufel, mächtig und gefährlich und was weiß ich noch alles… ehrlich gesagt erklärt das nur, warum alle dich anschauen, aber nicht unbedingt, warum sie einfach bleiben wollen.“ Ihr Blick wurde weicher. "Wäre es nicht loyaler, wenn die Leute einfach bleiben würden, weil du ebenso loyal ist? Ach was solls.." sie wunk ab und seufzte leise "..du bist ein komischer Kauz aber ich glaube unter der höllischen Oberfläche kannst du ein ganz netter Typ sein"
Sie lehnte sich gegen das Geländer und beobachtete ihn einen Moment. "Wie ist es da so...in der Hölle? Ist es da wirklich heiss..überall Feuer und schreiende Wesen?" Sie mochte es sich gar nicht wirklich vorstellen, wenn sie ehrlich war.

